Da habe ich dann wohl etwas missverstanden.
Deine Hände an meiner Wage,
deine Beine zwischen meinen,
deine Augen überall nur nicht bei dir.
Ich dachte das sei mehr
als nur ein versehentlich wild gewordene Affäre
mehr als eine falsch abgebogene Straße,
mehr als nur ein durch zu viel Regen verwucherte Rose,
mehr als ein halb zu Ende geschriebener Roman.
Aber es ist ok.
Man kann sich mal verrennen.
In einer falsch abgebogenen Straße
an einem verregneten Sonntag Nachmittag
an mit Rosen verwilderten Gärten vorbei
klitschnass mit dem Buch in der Hand,
dessen Seiten sich nicht mehr aufschlagen lassen.
Das ist ok,
schließlich ist es ja nur ein Tag.
Und ich gehe den Weg weiter
durch den Regen und an den Gärten vorbei
bis zum Sonnenaufgang morgen werde ich laufen.
Bis ich jemanden finde,
dessen Hände so schön an meine Wange passen,
dessen Beine so schön zwischen meinen verweilen,
dessen Augen so bewundernd auf mir ruhe
wie deine.
Und dessen ganze Liebe
nicht so unfassbar missverständlich ist.
deine Trophäe
Ich habe keine Lust einer deiner Trophäen zu sein,
mich neben deinen anderen Vorzeigebildern in eine Reihe zu gesellen.
Es ist schön, dass du meine Aufmerksamkeit genossen
all meine Vorzüge ausgekostet hast.
Dich mit mir gebrüstet,
deine Zeit mit mir geteilt hast.
Doch ich bin lieber der Roman
als einfach eine Kurzgeschichte.
Und unser Kapitel ist längst geschrieben,
also wünsche ich dir nur das Beste,
und lasse dich, lasse uns
einfach wieder ziehen.
Du bittest mich
nicht in dir zu ertrinken.
Doch wenn deine Wellen
so hoch und weit schlagen
wie sollen sich mich dann nicht
unweigerlich in deine Abgründe ziehen?
Das, was ich erkannt habe,
das kann mir keiner nehmen.
Selbst wenn du willst,
du kannst nicht einfach in mein Innerstes fassen,
deine Hand auf meine Seele legen
und alles, was ich mein eigen nenne,
wieder wegwischen.
Das Puzzle der Erkenntnis zerstören
und einzelne Lücken zurück lassen.
Genauso wenig kann ich
ein Stück von mir aufgeben
und es wie Balsam auf deine Seele schmieren.
Denn dann
würde immer ein Teil von mir fehlen
und dieses Teilchen würde in dir
niemals so Wurzeln schlagen,
wie es das einst in mir tat.
Diese Wärme breitet sich immer weiter aus
von dem Stück rot in meiner Brust
bis in die Fingerkuppen und Haarspitzen
sodass das einzige was ich fühle,
diese wohlige Wärme ist.
Dieses Gefühl angekommen zu sein
und doch immer noch zu suchen
eine absurde Kombination
die mich doch durch die Sommernächte trägt
aber sich so ehrlich und wahr anfühlt
dass das Suchen
auf einmal,
weshalb auch immer,
nicht mehr schmerzte.
Der Trick liegt nicht darin
dich von mir zu trennen
vor den Gefühlen, vor der Liebe wegzurennen
Der Trick ist
zu geben und zu nehmen
sich und den anderen zu verstehen
und egal wie sehr wir uns auch lieben
und selbst dabei nicht zu verlieren.
Manchmal liegt die Antwort darin,
einfach nicht zu fragen.
Da ist eine Lücke an der Wand,
wo kürzlich erst dein Bild noch hing;
wo unser beider Zukunft lag,
unser Wesen Wurzeln schlug.
Von der Wand bis zu den Fingerspitzen
zieht sich stets noch der Gedanke
an
warme Tage in der Ferne
eine immer fehlend starke Hand
an der Seite meiner Schulterwand.
Von dort aus auch zieht sich noch
an der Weiche meiner Lippen
und der Rundung meiner Brust vorbei
direkt in den Fokus der Wärme
in die rechte Seite meiner Leibesmitte
bid endlich an dem Stück rot in meiner Brust angekommen
der Schmerz von zwei getrennten Seelen,
den wir von Anfang an unser eigen nennen.
Mit diesem Schmerz einher
den Weg wieder zurück
an Steißbein, Wimpernschlag und Halspulsieren vorbei
zaubert der immer gleiche Gedanke
auch ein Lächeln in mein Gesicht.
Selten hat etwas so Zuckersüßes
so sehr auf meiner Zunge gebrannt.
Und doch konnte ich es nicht sein lassen,
musste dich, musste uns probieren.
Um mir letzten Endes doch ein Herz zu fassen
und dich und deine Welt
egal wie bittersüß die Erinnerung je war
für etwas neues, schönes zu verlassen.
Der erste Tag mit lachen bis die Wangen weh tun,
das erste Mal wieder high von Nähe,
ein Tag mit Freunden in den alten vier Wänden.
Die umgekippten Flaschen im Proberaum,
Hände um den warmen Becher geschlungen,
eine leise Träne im Auge weil es lange nicht mehr so schön war.
Das Gefühl von dem Abend davor.
Der Grenze zwischen heute und morgen.
Dem davor und danach.
Der schlussendlichen Gewissheit,
die die letzten Monate nur wage schien.
Eine Entschuldigung am Telefon
gesendet ans andere Ende der Welt.
Eine zitternd nasse Hand am kalten Hörer,
und das Gefühl von einem Ende.
Doch jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
hat mir mal jemand geflüstert.
Und wir,
die deren Herzen noch schlagen,
wir dürfen uns die Glücklichen nennen.
Denn wie vielen schon ist der Herzschlag stecken geblieben,
hat den Weg nicht geschafft,
von den Zehen, an den Händen vorbei,
direkt ins Herz.
Haben es bisher die wenigsten geschafft,
diesen Herzschlag zu behalten,
bis zu dem Stück rot in ihrer Brust zu schweifen,
um ihn dann mit jemand anderem zu teilen.