In fremden Köpfen

Du bist eben auch nur ein Mensch,

denke ich.

Auch wenn sich das gerade anders anfühlt,

auch wenn ich stottere während ich das denk‘.

Jeder Gedanke an dich mein Herz füllt,

bist eben auch nur ein Mensch.

Denke ich.

Der nicht über mir steht,

nicht mehr ist als ich,

bloß weil du gerade mein einziger Gedanke bist,

der flüssig in mir schwebt.

Jeder andere Gedanke

nur stotternd daneben steht,

Vielleicht, denke ich mir dann,

fangen deine Gedanken bei mir ja auch zu stottern an.

Kann nicht sehen, was du denkst,

nicht wissen, was du fühlst.

Nur erahnen,

dass du stets die Kontrolle behalten willst.

So bin dafür viel zu wild

verworren emotional.

So ist es ok, dass du

Weiterlesen

051217/18

Es gab nie etwas, das ich mir so sehr gewünscht habe wie uns. Nichts, das ich so gerne hätte funktionieren sehen, wie unsere beiden Zahnräder, die ineinander greifen. Kein Lächeln konnte das in mir auslösen, was deines tat. Und kein Ort fühlte sich so sehr nach zuhause an, wie deine Arme.

Dein großer, grauer Pullover, in dem ich abends auf der Couch lag, war das worauf ich mich morgens nach dem Aufstehen schon am meisten freute. Und nie schmeckte der trüb gewordene Apfelsaft besser, als rauchend am Fenster in der Küche neben dir. Kein Tag war je länger, als die, dich ich ohne dich verbrachte. Und keine Nacht schien je so einsam, wie jene, die ich allein in unserem Bett totschlug.

Die Wohnung dort im Osten von Berlin war unserer beider Realität. Und niemals hätte ich auch nur eine Sekunde daran gezweifelt, dass es richtig war dort mit dir zu leben. Es war magisch, diese erste Nacht. Wir beide so nackt wie die Matratze auf der wir lagen. Und unsere Gemüter so rein, wie die Wände, die uns umrahmten.

Ich habe nie mehr Vorfreude. Güte. Entschlossenheit empfunden. Wie in diesem Moment. Ich habe zu keinem Zeitpunkt je etwas so klar gesehen wie unsere Zukunft, etwas so sehr geatmet wie deine Haut. Und ich habe niemals, weder Zuvor noch im Nachklang, so sehr geliebt wie zu jener Zeit.

Kannst du mich bitte lieben?

Und wenn du mich liebst,

dann so hart,

dass mir Schmunzeln und Tanz vergehen,

so eindeutig,

dass meine Auge nichts anderes mehr wahrnehmen können,

so brutal,

dass sich mein ganzer Körper nach dir verzerrt.

Wenn du mich liebst,

dann nur so sanft,

dass du wie eine Feder meinen Körper streifst,

so mühelos,

dass du fast wie ein Windstoß vor meiner Optik verschwimmst.

So zart,

so zart wie deine Lippen gerade,

die schon seit Minuten auf meinen verweilen,

bevor ich aussprechen,

nein, gar denken konnte,

hattest du meinen Blick schon gefangen,

in ihm meine Sehnsüchte gelesen

und sie mit diesem simplen Kuss,

für jetzt und vielleicht bis in alle Ewigkeit,

auf die schönste aller Arten befriedigt.

milch & honig

du verzerrst dich noch immer
nach dem letzten schluck milch im glas
dabei hast du schon so viel davon genommen
dass deine zunge und dein magen
davon schon ganz betrübt sein müssten.

Da habe ich dann wohl etwas missverstanden.
Deine Hände an meiner Wage,
deine Beine zwischen meinen,
deine Augen überall nur nicht bei dir.
Ich dachte das sei mehr
als nur ein versehentlich wild gewordene Affäre
mehr als eine falsch abgebogene Straße,
mehr als nur ein durch zu viel Regen verwucherte Rose,
mehr als ein halb zu Ende geschriebener Roman.
Aber es ist ok.
Man kann sich mal verrennen.
In einer falsch abgebogenen Straße
an einem verregneten Sonntag Nachmittag
an mit Rosen verwilderten Gärten vorbei
klitschnass mit dem Buch in der Hand,
dessen Seiten sich nicht mehr aufschlagen lassen.
Das ist ok,
schließlich ist es ja nur ein Tag.
Und ich gehe den Weg weiter
durch den Regen und an den Gärten vorbei
bis zum Sonnenaufgang morgen werde ich laufen.
Bis ich jemanden finde,
dessen Hände so schön an meine Wange passen,
dessen Beine so schön zwischen meinen verweilen,
dessen Augen so bewundernd auf mir ruhe
wie deine.
Und dessen ganze Liebe
nicht so unfassbar missverständlich ist.

deine Trophäe

Ich habe keine Lust einer deiner Trophäen zu sein,
mich neben deinen anderen Vorzeigebildern in eine Reihe zu gesellen.
Es ist schön, dass du meine Aufmerksamkeit genossen
all meine Vorzüge ausgekostet hast.
Dich mit mir gebrüstet,
deine Zeit mit mir geteilt hast.
Doch ich bin lieber der Roman
als einfach eine Kurzgeschichte.
Und unser Kapitel ist längst geschrieben,
also wünsche ich dir nur das Beste,
und lasse dich, lasse uns
einfach wieder ziehen.

Du bittest mich
nicht in dir zu ertrinken.
Doch wenn deine Wellen
so hoch und weit schlagen
wie sollen sich mich dann nicht
unweigerlich in deine Abgründe ziehen?

Das, was ich erkannt habe,
das kann mir keiner nehmen.
Selbst wenn du willst,
du kannst nicht einfach in mein Innerstes fassen,
deine Hand auf meine Seele legen
und alles, was ich mein eigen nenne,
wieder wegwischen.
Das Puzzle der Erkenntnis zerstören
und einzelne Lücken zurück lassen.
Genauso wenig kann ich
ein Stück von mir aufgeben
und es wie Balsam auf deine Seele schmieren.
Denn dann
würde immer ein Teil von mir fehlen
und dieses Teilchen würde in dir
niemals so Wurzeln schlagen,
wie es das einst in mir tat.

Der Trick liegt nicht darin
dich von mir zu trennen
vor den Gefühlen, vor der Liebe wegzurennen
Der Trick ist
zu geben und zu nehmen
sich und den anderen zu verstehen
und egal wie sehr wir uns auch lieben
und selbst dabei nicht zu verlieren.