Letzten Tage des Sommers

Das, was wir hatten,

war das wohl lauteste Stück Lachen,

das ich je singen hörte.

Dieses Kringeln auf dem Boden nachts um halb drei.

Diese leise, flüsternde Stimme,

direkt neben mir,

war das Lied meines Julis.

Diese warme, abgestandene Cola war das süßeste,

was ich je schmeckte.

Und der Sommer da mit dir.

War die längste Kurzgeschichte, die ich seit langem verfasst habe.

Wobei,

eigentlich war es eher ein Gemälde.

Eine bildhaft, malerische Geschichte, mit kurzen Aufschreien

des Glücks,

der Liebe,

und der Verzweiflung,

die keine großen Worte brauchte.

Und nun,

autofahrend nach vorne preschend,

doch stets mit dem Rückspiegel in der Hand,

sehe ich auf uns zurück.

Wir waren die schönste,  natürlichste Straße,

die ich seit so langer Zeit gefunden habe.

Und du,

warst die wohl unerwartete, verworrenste Abbiegung,

für die ich mich diesen Sommer hätte entscheiden können.

Doch deine Abwege blühten zu schön,

und deine Laternen leuchteten zu hell.

Es gibt nichts mehr zu sagen,

der Roadtrip war perfekt.

Nur leider ist die Zeit unser stetiger Feind,

und das Ende der Straße nicht mehr weit.

Ich werde den Rückspiegel behalten,

schließlich brauch‘  ich ihn ja.

Aber ich werd nur gelegentlich reinschauen,

 

also hoffentlich bis nächstes Jahr.

 

 

Montagsmotivation

 

denn am Ende wird niemand mehr fragen
was du wann, wo, wie warum gemacht
oder eben dann auch doch verpasst.
Da wird keiner stehen
der dir die verpassten Chancen wiedergibt,
oder als Geschenk verpackt
sich mit dir in die Sonne legt.
Niemand wird wissen
welche Pläne du über Jahre schmiedest
und dann doch niemals lebtest,
und welche Sätze du formtest
doch niemals laut aussprachst.
Da wird keiner sein
der die Lösung parat hat,
der dir ohne zu fragen
dein geborgenes nest macht.
Niemand wird wissen
wie du eigentlich schwebtest,
da die Realität deiner Träume
stets nur in dir selbst lebte.
Keiner wird dich sehen
und deine Gedanken lesen,
sich denken wie schön die Welt
in deinem Kopf doch eigentlich bebte.
Das einzige was bleibt
ist die Chance es laut zu sagen
trotz Angst und Zweifel
deine Träume mal zu wagen.
Geh raus und sag jedem
wie die Welt sich in dir dreht,
denn ansonsten ist es sicher
dass du niemals was bewegst.

Meine Monster

Wenn wir Kinder sind, werden uns Geschichten erzählt. Von Monstern im Schrank und dem Unheil, das sie zumeist mit sich bringen. Dann sitzt man in seinem Zimmer, fürchtend dass sie nachts rauskommen und dir dein Spielzeug klauen. Oder noch viel schlimmer, dich mitnehmen und du für immer mit ihnen im Schrank verschwindest.

Ich weiß nicht, wann mir das letzte mal so eine Geschichte erzählt wurde, doch es ist sicher schon einige Jahre her. Die Monster im Schrank sind jedoch geblieben. Um ehrlich zu sein sind sie sogar größer geworden. Sie tragen Namen wie Zukunft oder Verlust, Wahrheit oder Tod. Im Gegensatz zu früher kann ich mit meinen Eltern nur schlecht über sie reden und schwer uneingeschränkt ihnen meine Ängste offenbaren. Ich weiß, dass auch sie zwei Meter große Monster in ihrem Schrank haben. Doch je älter man wird, desto mehr versucht man sie zu verstecken und desto mehr schämt man sich sie mit anderen zu teilen.

Meine Monster kommen meistens heraus, wenn der Abend in die Nacht bricht, wenn ich das Licht anknipse und zum zehnten Mal auf die Toilette gehe, weil ich nicht schlafen kann. Wenn ich dann in mein Zimmer wiederkomme, stehen sie manchmal dort und erinnern mich daran, welche Gründe es gibt nicht glücklich zu sein. Was mich davon abhalten sollte, unbeschwert wieder in mein Bett zu schlüpfen und meine innigsten Träume im Schlaf wahr werden zu lassen.

Manche Monster bleiben länger als andere, einige scheinen nie ganz zu verschwinden. Manchmal begleiten sie mich, raus auf die Straße. Dann laufe ich Hand in Hand mit ihnen durch die Nachbarschaft und sie werden ein Teil von mir wie gute Freunde.

Doch sie sind nicht meine Freunde, sie sind das was ich am meisten loswerden möchte. Das ist so viel leichter gesagt als getan, begleiten sie mich doch schon seit meiner Kindheit. Sie sind mir mir gewachsen und oft noch so viel größer als ich es selbst zu sein scheine.

Die letzten Tage waren sie besonders präsent, so beschloss ich sie heute ein bisschen auszuführen. Nun kehr ich nach Hause zurück, nachdem ich mit ihnen spazieren gegangen bin, ich denke sie hatten heute genug frische Luft. Weil sie genug Zeit hatten, die Sonne draußen zu genießen, werde ich sie nun wieder in meinen Schrank schließen, in der Hoffnung dass sie genug Energie getankt haben um mich nicht so schnell nicht wieder heimzusuchen und mir meine Kraft zu rauben.

Das schönste jedoch wäre sie mit anderen zu teilen und eines Tages, ganz vielleicht, wenn das Vertrauen es zulässt, sie mit Hilfe meiner Lieben für immer in den Schrank zu sperren und zu besiegen.