ich hätte jetzt gerne
eine wohnung voller duft
und wärme nur von dir
ein bett, in dem ich liege
neben mir die hand von dir.
eine decke, unter der
nur wir beide liegen
einen moment voller glück,
in dem wir zwei uns lieben.
ich hätte jetzt gerne
eine wohnung voller duft
und wärme nur von dir
ein bett, in dem ich liege
neben mir die hand von dir.
eine decke, unter der
nur wir beide liegen
einen moment voller glück,
in dem wir zwei uns lieben.

Wenn wir Kinder sind, werden uns Geschichten erzählt. Von Monstern im Schrank und dem Unheil, das sie zumeist mit sich bringen. Dann sitzt man in seinem Zimmer, fürchtend dass sie nachts rauskommen und dir dein Spielzeug klauen. Oder noch viel schlimmer, dich mitnehmen und du für immer mit ihnen im Schrank verschwindest.
Ich weiß nicht, wann mir das letzte mal so eine Geschichte erzählt wurde, doch es ist sicher schon einige Jahre her. Die Monster im Schrank sind jedoch geblieben. Um ehrlich zu sein sind sie sogar größer geworden. Sie tragen Namen wie Zukunft oder Verlust, Wahrheit oder Tod. Im Gegensatz zu früher kann ich mit meinen Eltern nur schlecht über sie reden und schwer uneingeschränkt ihnen meine Ängste offenbaren. Ich weiß, dass auch sie zwei Meter große Monster in ihrem Schrank haben. Doch je älter man wird, desto mehr versucht man sie zu verstecken und desto mehr schämt man sich sie mit anderen zu teilen.
Meine Monster kommen meistens heraus, wenn der Abend in die Nacht bricht, wenn ich das Licht anknipse und zum zehnten Mal auf die Toilette gehe, weil ich nicht schlafen kann. Wenn ich dann in mein Zimmer wiederkomme, stehen sie manchmal dort und erinnern mich daran, welche Gründe es gibt nicht glücklich zu sein. Was mich davon abhalten sollte, unbeschwert wieder in mein Bett zu schlüpfen und meine innigsten Träume im Schlaf wahr werden zu lassen.
Manche Monster bleiben länger als andere, einige scheinen nie ganz zu verschwinden. Manchmal begleiten sie mich, raus auf die Straße. Dann laufe ich Hand in Hand mit ihnen durch die Nachbarschaft und sie werden ein Teil von mir wie gute Freunde.
Doch sie sind nicht meine Freunde, sie sind das was ich am meisten loswerden möchte. Das ist so viel leichter gesagt als getan, begleiten sie mich doch schon seit meiner Kindheit. Sie sind mir mir gewachsen und oft noch so viel größer als ich es selbst zu sein scheine.
Die letzten Tage waren sie besonders präsent, so beschloss ich sie heute ein bisschen auszuführen. Nun kehr ich nach Hause zurück, nachdem ich mit ihnen spazieren gegangen bin, ich denke sie hatten heute genug frische Luft. Weil sie genug Zeit hatten, die Sonne draußen zu genießen, werde ich sie nun wieder in meinen Schrank schließen, in der Hoffnung dass sie genug Energie getankt haben um mich nicht so schnell nicht wieder heimzusuchen und mir meine Kraft zu rauben.
Das schönste jedoch wäre sie mit anderen zu teilen und eines Tages, ganz vielleicht, wenn das Vertrauen es zulässt, sie mit Hilfe meiner Lieben für immer in den Schrank zu sperren und zu besiegen.
Auch wenn der Weltfrauentag bereits ein paar Tage zurück liegt, schwirren mir doch immer noch Gedanken zu dem Thema Gleichberechtigung, Feminismus, #metoo etc. im Kopf herum. Ein Grund dafür ist vor allem auch dieses inspirierende Video der lieben EllaTheBee.
Dies hier soll nicht der zehntausendste Beitrag werden, in dem ich erkläre wie toll wir Frauen alle sind und in dem ich das Männer-Bashing auf das nächste Level hebe. Es soll eher darum gehen, warum der Status quo so ist, wie er nunmal ist und was vor allem wir Frauen daran ändern können.
Angefangen in unserer frühsten Kindheit ist es sicherlich so, dass wir alle (ja auch Männer haben mit Rollenbildern zu kämpfen) auf eine bestimmte Art und Weise sozialisiert werden und uns ein Stempel aufgedrückt wird, der manchmal nicht die passende Farbe zu haben scheint. Mädchen spielen halt nunmal lieber mit Puppen und Jungs freuen sich eher über einen Fußball – soweit die Theorie. Dass diese Ansichten nicht mehr zeitgemäß sind, ist an dieser Stelle sicher keine neue Erkenntnis und vielen Menschen durchaus schon bewusst. Es geht nicht unbedingt um die offensichtlichen, vor Klischees triefenden Vorstellungen und Verhaltensweisen. Sondern eher um das was dahinter steckt, die tief verwurzelten Sozialmechanismen, von denen einige Wissenschaftler behaupten, dass es keine wären, da gewisse Verhaltensmuster genetisch bedingt eher männlich oder weiblich sind. An dieser Stelle möchte ich nicht weiter darauf eingehen, ob wir nun primär durch unsere Genetik oder Sozialisation geprägt sind. Denn fest steht, dass nicht alle Frauen so und nicht alle Männer so sind.
Trotzdem gibt es gewisse Attribute die Frauen und eben auch Männer zugeschrieben werden. Und damit meine ich nicht die Barbie oder das blaue Spielzeugauto. Damit meine ich, dass Frauen generell als wärmer, herzlicher und oftmals komplizierter und Männer als härter, weniger emphatisch und rigoroser bezeichnet werden. Diese Annahmen fangen dabei an, dass Männer besser den Nagel in die Wand hauen, und hören dabei auf, dass Frauen sich vermeintlich besser um den Nachwuchs kümmern können. Das hier etwas gewaltig falsch läuft, stellt man spätestens fest, wenn die Frau selbst ihre Wohnung renoviert oder eben mal der Mann in Elternzeit geht.
Für mich stellt sich an dieser Stelle die Frage von Ursache und Wirkung. Um auf das weit verbreitete Beispiel der Gehaltsverhandlung zurückzukommen: Verzichten Frauen eher auf eine Verhandlung um mehr Gehalt, weil sie generell konfliktscheuer sind oder weil sie aus Erfahrung wissen, dass sie damit keinen Erfolg haben werden weil sie nunmal eine Frau sind?
Auf den Punkt gebracht – haben Frauen generell diese Charaktereigenschaft oder wurde ihnen diese Vorstellung von unserer Gesellschaft aufgedrängt? Sind Frauen weicher und emphatischer weil sie es wirklich sind oder weil ihnen immer eingetrichtert wurde, dass sie es zu sein haben? Diese Frage wird man hier nicht klären können. Genauso wenig wie was zuerst da war – das Huhn oder das Ei.
Der wichtige Punkt ist auch nicht, wo all diese Stigmata herkommen, sondern was wir aus ihnen machen. Niemand zwingt den Mann dazu die handwerklichen Tätigkeiten ganz auf sich zu nehmen, genauso wenig wie jemand die Frau dazu zwingt ihren Arbeitsvertrag ohne ein Wort der Verhandlung zu unterschreiben.
Es ist ein leichtes mit dem Finger auf die ‚bösen‘ Männer zu zeigen und sie zu beschuldigen, dass sie an allen Ungerechtigkeiten der Frau Schuld sind und immerzu versuchen uns klein zu halten. Viel schwieriger ist es jedoch, sich selbst groß zu machen, von dem Stempel zu befreien, der uns aufgedrückt wurde und Verantwortung für unser Handeln zu übernehmen.
Egal wie sehr uns die Gesellschaft oder meinetwegen auch unsere Genetik formt, so sind wir, sowohl Frauen als auch Männer, am Ende des Tages Individuen, die in jeder einzelnen Situation neu entscheiden können, ganz gleich ob dieses Verhalten dann als männlich oder weiblich gehandelt wird. Also lasst uns doch lieber gemeinsam versuchen aus den alten Rollenbildern auszubrechen, als die Bösen zu verteufeln, die sie immer noch vertreten.
‚,Gerade als ich nach Berlin kam, meinte eine Frau zu mir, dass die Stadt dich aufsaugt, mehrmals herumschleudert und nach ein paar Jahren wieder ausspuckt‘‘, ich musste schmunzeln als ich die Worte des Typen hörte, der neben mir auf der verrauchten, leicht nach Schweiß riechenden Toilette eines Techno Clubs mitten in Neukölln stand. Er hatte Recht. Man hört häufig diesen Spruch, wenn man nach Berlin zieht. Und irgendwie stimmt er auch.
Ich wurde schon häufig gefragt, was mich dazu bewogen hat nach Berlin zu ziehen. Ob es das Studium war. Die Leute. Das Flair. Die Partys. Ich hatte immer geantwortet: ‚Die kombi aus allem eigentlich‘. Doch so ganz hatte das nie gestimmt. Ich habe mich damals nur in Berlin für ein Studium beworben. Eine andere Stadt ist nicht ernsthaft in Frage gekommen. Warum genau, das weiß ich ehrlich gesagt auch nicht wirklich. Die Vielseitigkeit und Mentalität hatte mich vom ersten Tag an fasziniert. Viele Leute die hier leben, meinen es sei wie in einer Blase, abgeschirmt vom Rest der Republik. Ein bisschen stimmt es schon. Es gelten andere Regeln, sowohl rechtlich als auch sozial.
Es stimmt auch, was so viele Leute behaupten, die eben nicht in der Hauptstadt wohnen. Dass man leicht versacken kann. Dass die Stadt dazu einlädt, sein Leben auf die leichte Schulter zu nehmen. Da ist definitiv etwas dran.
Doch ich habe in den zwei Jahren mehr gelernt als nur, dass man nicht mehr als 3€ für einen Döner zahlen sollte, warum die Leute im Winter um 10 Uhr morgens eine Sonnenbrille tragen oder warum es in Techno Clubs nie Spiegel auf den Toiletten gibt.
Berlin hat mir gezeigt, was es heißt tolerant zu sein, und zwar zu jedem und allem über alles. Hier gehen die Punker mit dem Hund der Nachbarsoma spazieren und der Hipster und der Nerd treffen sich in einem Café am Boxi. Hört sich kitschig an, ist im Prinzip aber wahr. Die Leute sind generell offener, haben meist selber schon vielen gesehen und lassen sich deswegen auch weniger leicht schocken. Ich weiß, dass es auch Dinge gibt, die meine Liebeshymne an dieser Stelle etwas trüben könnten. Etwa, dass der DHL Wagen prinzipiell einfach am Haus vorbei fährt, die Straßen oft mit komplett ausgestatteten Wohnzimmergarnituren zugepflastert sind oder die S Bahnen häufiger Ersatzverkehr, als ihre normale Route fahren. Wie Peter Fox eben schon sagte:
Berlin, du kannst so hässlich sein.
Trotzalledem: Als ich hierher zog, hatte ich einige Vorstellungen, die sich mehr oder minder bewahrheiteten, doch ich war rückblickend nicht ansatzweise darauf vorbereitet, was mir diese Stadt alles bieten würde. Sowohl im positiven als auch negativen Sinne. Jetzt, zwei Jahre später, haben sich einige Freundschaften vertieft, andere sind geplatzt, das Outfit um 12 Stunden im Club durchzuhalten ist perfektioniert und die Prioritäten bezüglich Studium und Freizeit sind gesteckt.
Und ich kann ehrlich behaupten, es war die beste Entscheidung nach Berlin gezogen zu sein.
Mal sehen, was ich sage, wenn die Hauptstadt mich irgendwann wieder ausspuckt.
und sag mal, was ist eigentlich aus unserem für immer geworden?
Wenn man mich fragen würde, was ich als den übergeordneten Sinn meines Lebens sehen würde, würde ich vermutlich antworten glücklich zu sein. Und ich bin sicher nicht die einzige, die so antworten würde. Wie mir, geht es vermutlich fast jedem da draußen. Glück mag für jeden etwas anderes bedeuten, doch es ist meist das, worum sich alle zu tummeln scheinen.
Nun ist es so, dass Glück häufig nicht vom Himmel gefallen kommt. Sondern, dass man etwas dafür tun muss, um glücklich zu werden. Doch darum soll es heute nicht gehen. Dies hier ist kein Ratgeber zum glücklich werden. Sondern eher einer zum glücklich bleiben. Denn die Frage, die sich kaum jemand stellt ist
‚Was mache ich mit meinem Glück, wenn ich es endlich in den Händen halte?‘
Viel schwierige als glücklich werden, ist nämlich eigentlich sein Glück zu halten. Denn was soll man tun, wenn die Parabel den Höhepunkt schon erreicht hat? Nach unten gucken und auf den Absturz warten? Wohl eher nicht.
Ich bin auf diese Frage gestoßen, schlicht und ergreifend weil sie mich gerade betrifft. Ich bin glücklich wie lange nicht mehr. Herzlichen Glückwunsch könnte man mir jetzt sagen. Doch glaub mir. Glücklich sein ist manchmal alles andere als einfach. Denn manchmal scheint das Ziel verloren zu sein. Wenn das höchstmögliche aller Gefühle das Glück ist, was soll man dann tun, wenn man dieses erreicht hat? Versuchen es zu halten. Definitiv. Ich denke, da sind sich alle einig.
Ich habe für mich persönlich einen Weg gefunden, mein Glück noch mehr genießen zu können. Mir dessen bewusst zu sein. Es mit allen Zügen zu leben. Und zwar indem ich mir bewusst mache, dass es eben nicht immer so bleiben wird. Im Leben gibt es Höhen und Tiefen. Es ist schlicht und ergreifend nicht möglich immer und überall glücklich zu sein. Es ist nicht nur nicht möglich, sondern auch nicht nötig. Denn was wäre das Licht ohne den Schatten, nicht wahr? Sicherlich sollte man die glückliche Zeit genießen, die man durchlebt. Doch um sie wirklich wertzuschätzen, kann es helfen, sich vor Augen zu führen, dass auch andere Zeiten kommen werden. Zu wissen, dass der Parabelflug eben nicht nur in Richtung Horizont geht.
Und so kann es länger halten. Das Glück. Denn was fallen gelassen werden kann, hält man bekanntlich gerne schonmal fester in den Händen.