Besitzanspruch

Ich gehöre doch niemanden,
höchstens der Stille die mich trägt
und der Natur, die mich umgibt.

Wie kann ich dir gehören,
wenn ich doch nichtmal ein Gegenstand bin?

Höchstens ein Gegenstand der Liebe,
des Schaffens und des Seins.
Wie könnte ich mit allem was ich bin
ganz deines sein?

Dafür bin ich doch zu viel
mehr als du je halten,
gar besitzen könntest.

So sitz ich allein
und bin ganz mein Eigen.

Doch vielleicht bin ich selbst für mich
zu viel und zu verworren
um mein Eigen zu sein.

Berührung

dieses Gefühl,

wenn die Wärme

deiner weichen Haut

meine das erste mal streift.

Wenn das Rot

deiner feuchten Lippen

knapp die meinen bedecken.

Deine rechte,

linke Wange

drückt gegen meine glatte Haut.

Du bist die schöne weiche Seele,

die durch meine gläsern kalte Hülle

tief in mein innerstes schaut.

 

Gedachte Gefühle

woran ich denke,

wenn ich deinen Namen nenne?

An Tanzen auf Dächern,

nachts um halb drei

dein und mein Lied,

das durch die Wohnung hallt.

Laute Gespräche,

noch viel lauteres Lachen,

an letzten Frühling

unser erstes Erwachen.

An Sitzen am Fenster,

mit dem Saft in der Hand

in fremden Bett

im viel ferneren Land,

mit Gedanken im Kopf,

die wir Beide teilten,

Stunden der Stille,

die wir nebeneinander weilten.

An Schluchzen in Pullover,

und Tränen auf der Couch.

Sah mein Lächeln für dich

nicht täuschend echt aus?

Ich denke an Weihnachten mit dir

und der Tanne in der Diele.

Dein Lachen, dein Schmunzeln,

das du immer schon spieltest.

Ich denke an nackte Nächte

zwischen nackten Wänden,

Weiterlesen

Verleumdung

Zwei sitzen gemeinsam

und begehren die Stille.

Den traumhaft geschmückten,

verhangenen Himmel.

 

Dann ein Schrei in weiter Ferne,

zerbricht die Zweisamkeit und Stille.

Reißt sie nun entzwei,

und fängt doch beide wieder ein.

 

Doch was einmal getrennt,

geht nie wieder zusammen.

Vernebelte Erkenntnis,

an die beide sich klammern.

und dann frag ich mich wieder mal
was da eigentlich geschehen ist
ob ich einfach
unentwegt
in der illusion
nur schwebte
was da war
was eigentlich richtig
waren wir wirklich
oder einfach zu wenig,
waren da träume
oder ziele
waren es pläne
oder nur spiele
war es zu lang
oder einfach nur nichtig
was war ich für dich,
sag, war ich dir je wichtig?
-täuschung 

 

du bist dieses pretend-to-be,

diesen wollen aber nicht sein.

in gedanken und nach außen,

von dir selbst nur der schein.

Letzten Tage des Sommers

Das, was wir hatten,

war das wohl lauteste Stück Lachen,

das ich je singen hörte.

Dieses Kringeln auf dem Boden nachts um halb drei.

Diese leise, flüsternde Stimme,

direkt neben mir,

war das Lied meines Julis.

Diese warme, abgestandene Cola war das süßeste,

was ich je schmeckte.

Und der Sommer da mit dir.

War die längste Kurzgeschichte, die ich seit langem verfasst habe.

Wobei,

eigentlich war es eher ein Gemälde.

Eine bildhaft, malerische Geschichte, mit kurzen Aufschreien

des Glücks,

der Liebe,

und der Verzweiflung,

die keine großen Worte brauchte.

Und nun,

autofahrend nach vorne preschend,

doch stets mit dem Rückspiegel in der Hand,

sehe ich auf uns zurück.

Wir waren die schönste,  natürlichste Straße,

die ich seit so langer Zeit gefunden habe.

Und du,

warst die wohl unerwartete, verworrenste Abbiegung,

für die ich mich diesen Sommer hätte entscheiden können.

Doch deine Abwege blühten zu schön,

und deine Laternen leuchteten zu hell.

Es gibt nichts mehr zu sagen,

der Roadtrip war perfekt.

Nur leider ist die Zeit unser stetiger Feind,

und das Ende der Straße nicht mehr weit.

Ich werde den Rückspiegel behalten,

schließlich brauch‘  ich ihn ja.

Aber ich werd nur gelegentlich reinschauen,

 

also hoffentlich bis nächstes Jahr.