Da ist eine Lücke an der Wand,
wo kürzlich erst dein Bild noch hing;
wo unser beider Zukunft lag,
unser Wesen Wurzeln schlug.

Von der Wand bis zu den Fingerspitzen
zieht sich stets noch der Gedanke
an
warme Tage in der Ferne
eine immer fehlend starke Hand
an der Seite meiner Schulterwand.
Von dort aus auch zieht sich noch

an der Weiche meiner Lippen
und der Rundung meiner Brust vorbei
direkt in den Fokus der Wärme
in die rechte Seite meiner Leibesmitte
bid endlich an dem Stück rot in meiner Brust angekommen

der Schmerz von zwei getrennten Seelen,
den wir von Anfang an unser eigen nennen.

Mit diesem Schmerz einher
den Weg wieder zurück
an Steißbein, Wimpernschlag und Halspulsieren vorbei
zaubert der immer gleiche Gedanke
auch ein Lächeln in mein Gesicht.

Selten hat etwas so Zuckersüßes
so sehr auf meiner Zunge gebrannt.
Und doch konnte ich es nicht sein lassen,
musste dich, musste uns probieren.

Um mir letzten Endes doch ein Herz zu fassen
und dich und deine Welt
egal wie bittersüß die Erinnerung je war
für etwas neues, schönes zu verlassen.

Der erste Tag mit lachen bis die Wangen weh tun,
das erste Mal wieder high von Nähe,
ein Tag mit Freunden in den alten vier Wänden.
Die umgekippten Flaschen im Proberaum,
Hände um den warmen Becher geschlungen,
eine leise Träne im Auge weil es lange nicht mehr so schön war.
Das Gefühl von dem Abend davor.
Der Grenze zwischen heute und morgen.
Dem davor und danach.
Der schlussendlichen Gewissheit,
die die letzten Monate nur wage schien.
Eine Entschuldigung am Telefon
gesendet ans andere Ende der Welt.
Eine zitternd nasse Hand am kalten Hörer,
und das Gefühl von einem Ende.
Doch jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
hat mir mal jemand geflüstert.

Du hängst immer noch an mir
wie der Stempel der letzten Nacht
das Glitzer unter meinen Fußsohlen
der Rauch in meinen Haaren
der Lippenstift an der Innenseite meines Kleides
das ich nach der durchtanzten Nacht
mir alleine nicht mehr von der Haut streifen kann.

Ich blickte auf das Bild.

Als die Türen noch nicht zerschunden waren und der Boden noch glänzte. Der Schwall des anfangs schwebte damals in der Luft.

Mein Blick hob sich und traf auf den am Boden liegenden, abgesplitterter Lack. Er wirkte fast wie Scherben und die aufgeplatzten Stellen an der Wand sahen beinahe aus wie klaffende Wunden. Ich habe sie bis heute noch nicht verschlossen, der richtige Farbton zum drüber streichen war mir bisher nicht über den Weg gelaufen.

Als er damals die Wohnung verließ, hatte er mir versprochen die Lücken noch vor seinem Weggang zu verschließen. Doch auch er hatte die passende Farbe nicht finden können. Wenn ich ehrlich bin, wundert es mich nicht.

Berührung

dieses Gefühl,

wenn die Wärme

deiner weichen Haut

meine das erste mal streift.

Wenn das Rot

deiner feuchten Lippen

knapp die meinen bedecken.

Deine rechte,

linke Wange

drückt gegen meine glatte Haut.

Du bist die schöne weiche Seele,

die durch meine gläsern kalte Hülle

tief in mein innerstes schaut.